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 Ergebnisse 1999 Rennbericht

Rennbericht


McLaren Doppelsieg in der Puszta

Mika Hakkinen gab heute beim ungarischen Grand Prix eine beeindruckende Antwort auf die Vorgaben von Ferrari in den letzten Rennen: Gemeinsam mit Teamkollege David Coulthard feierte das Team West McLaren-Mercedes einen grandiosen Doppelsieg und verbuchte so 16 bitter gebrauchte Punkte in der WM.
Der Sieger der Grand Prix‘ von Österreich und Deutschland, Eddie Irvine, kam nach einem ständigen Kampf mit fehlendem Grip nur auf Rang drei, sein Teamkollege Salo hatte ähnliche Probleme, konnte sich aber nicht einmal ins Mittelfeld vorkämpfen, beendete das Drama mit zwei Runden Rückstand als 12.

‚Mr. Konstant‘ Heinz Harald Frentzen kam als Vierter ins Ziel und gab so seinem Namen alle Ehre, Rubens Barrichello im Stewart wurde Fünfter und Damon Hill holte auf seiner Lieblingsstrecke immerhin noch einen Punkt für die Crew um Eddie Jordan.

Im Gegensatz zu bisherigen Rennwochenenden vermittelte McLaren nicht den gewohnt souveränen Eindruck in den Trainings und musste am Freitag Vormittag gar Irvine die Bestzeit überlassen. Im Qualifying kam der Nordire sogar bis auf eine Zehntelsekunde an Polesetter Hakkinen heran, noch vor David Coulthard.

Eine sorgfältige Analyse der Qualifikation machte klar, dass die erste Startreihe für Ferrari mehr auf Eddie Irvine als auf den F399 zurückzuführen war - das bestätigte Mika Salo, der mit einem mies balancierten Wagen nur Position 18 erreichte und so sich selbst demütigte. Das Team bestätigte, dass dem Wagen Grip fehlt und sprach so Salo halbherzig von jeder Schuld frei, dennoch ging man mit groben Bedenken ins Rennen am Sonntag, für das Irvine als Favorit gehandelt wurde.

Das Wetter am Renntag war traumhaft und der Start ging bei ungefähr 26 Grad von Statten. Man erwartete eine sich weiter erwärmende Straßenoberfläche und so schienen jene Teams goldrichtig zu liegen, die am Samstag die harte Mischung wählten, die noch vor dem Boxenstopp mit einer geringen Spritlast gute Zeiten zulassen sollten.

Mika Hakkinen ging wieder einmal als Führender durch die erste Kurve, gefolgt von Irvine. Verlierer des Starts war Coulthard, der zwei Plätze abrutschte und sich hinter Fisichella und Frentzen anstellte.

Hakkinen begann seine Soloshow sehr früh und hatte schon nach nur fünf Runden einen Zeitvorteil von mehr als drei Sekunden auf seine Verfolger und jedes mal, da er die Zeitnahme passierte, wuchs das Konto im Sekundentakt. Aber neben dem Spitzenmann konnte sich auch Irvine von seinem direkten Verfolger Fisichella im stark verbesserten Benetton lösen, auch das Mittelfeld zerteilte sich in großen Schritten.

Das gewohnte Ende von Alex Zanardi im Williams kam diesmal in Runde 11, als ihn sein Wagen im Stich ließ. Die Frage ist, wieviel der Italiener noch hinunterschlucken kann, ohne zu explodieren!

Nach 13 Runden begannen die Fahrer ihre Zeiten langsam der 1:20er Marke zu nähern und Hakkinens Vorsprung wuchs auf knapp acht Sekunden an, weiter blieb der Finne eine Klasse für sich.

David Coulthard pushte nun recht ungeduldig Vordermann Frentzen, kam aber nicht vorbei und musste tatenlos zusehen, wie Hill von hinten aufschloss, durchaus mit Perspektiven nach einem vorderen Platz.

Nun passierte ungewöhnliches: McLaren signalisierte Hakkinen weiter Druck zu machen, obwohl seine Führung immer größer wurde. Die einzige Angst, die man haben konnte, war jene wie in Österreich von einem großen Tank des F399 überlistet zu werden und man wollte einem erneuten Desaster wie am A1-Ring vorbeugen.

24 Runden waren gefahren und Mika Hakkinen hatte nun einen 13-Sekunden Vorteil auf der Kante, den er nicht mehr abgeben wollte. Nach einigen weiteren Runden schien er sowie Ron Dennis zufrieden zu sein und er stabilisierte seine Führung.

Giancarlo Fisichella holte sich in Runde 28 neue Gummis und etwas Sprit, dadurch konnte Frentzen auf Rang drei nachrücken. Auch Ralf Schumacher entschloss sich für einen Halt.

Eine Runde später erledigte Irvine das Spiel an der Box, und mit nur acht Sekunden Standzeit war Ferrari-Chefstratege Ross Brawn mehr als zufrieden. Auf einer eindeutigen Zwei-Stopp Strategie unterwegs, kam Eddie als Fünfter wieder auf den Hungaroring und würde es schwer haben mit einem Fahrzeug ohne gute Balance die Spitze zu attackieren.

McLaren hatte nun einen guten Grund, Hakkinen an die Box zu holen, da klar wurde, man würde so oder so die Führung im Moment nicht abgeben. In Runde 30 war es soweit und der Finne nahm das Rennen in der Tat in Führung wieder auf. Eine Runde nach dieser Serie an Boxenbesuchen stand das Rennen folgendermaßen: Hakkinen, Coulthard (noch ohne Stopp), Irvine (nachdem er zwei Positionen aufgeholt hatte), Barrichello (noch nicht an der Box), Alesi und Fisichella.

Nach knapp zwei Dritteln der Distanz zeigte Hakkinen ungebrochen Größe und hielt seinen Vorsprung auf Irvine ungehindert bei über 20 Sekunden. Der Nordire im Ferrari hatte im Gegenteil mit Coulthard zu kämpfen, der ihm immer näher kam, je näher man sich der 50. Rennrunde näherte. Wie der aktuelle Leader der WM später erklärte, hatte er ernsthafte Probleme mit der Fahrbarkeit seines Ferrari F399.

Vor dem zweiten Stopp konnte Hakkinen vom Zweikampf der Verfolger profitieren und eine wesentlich komfortablere Führung herausholen.

In Runde 54 musste sich einer der Männer des Rennens aus den Punkterängen verabschieden - Giancarlo Fisichella stellte seinen B199 in der Box ab: „Ich fuhr an dritter Position und fühlte, dass wir heute eine Chance hatten auf das Podium zu gelangen. Ein paar hundert Meter vor meinem zweiten Stopp verlor der Motor stark an Leistung“, gab er enttäuscht zu Protokoll. „Ich konnte immerhin langsam zur Box rollen, aber der Motor ging aus und hatte nicht vor, wieder anzuspringen.“

Hakkinen hielt ebenfalls ein zweites Mal an und nahm das Rennen in Führung wieder auf. Wenn nicht noch ein mechanisches Problem dazwischen kam, war sein Job für heute getan.

Ganz so glücklich wirkte Irvine nicht, mit dem klar schnelleren Coulthard im Nacken hatte er merklich Probleme. Mit den Boxenstopps in Aussicht würde sich der Fight einem weiteren Höhepunkt nähern.

An diesem Punkt angelangt konnte die Mannschaft von Ferrari ihren Schützling schnell genug abfertigen, um ihn vor DC auf die Strecke zu schicken. Coulthard reihte sich hinter Irvine als Dritter ein, Frentzen fuhr elf Sekunden hinter den beiden einem sicheren vierten Platz entgegen.

In der 64. Runde machten dann Coulthards Druckausübungen Sinn, als er Crazy Eddie in einen Fehler zwang: In Kurve 5 verlor er seinen Ferrari und musste so DC passieren lassen. Irvine zu dem Vorfall: „Ich verlor das Heck in Kurve fünf und musste so eine zu weite Linie wählen. Danach ließen die Reifen nach und ich wurde immer langsamer.“

Nach nur einem Umlauf war der Abstand zwischen den beiden Fahrern so enorm, dass klar ersichtlich wurde, der Ferrari war nicht besonders konkurrenzfähig in Ungarn, ebenso wie man erkannte dass Coulthard förmlich flog.

Der Speed des Schotten in jener Phase war so enorm, dass ihm seine Box signalisierte, es geht auch langsamer, nicht zuletzt um Hakkinen nicht unnötig unter Druck zu setzen und so das Fehlerrisiko zu minimieren. Die Strategie arbeitete perfekt für das Team, und für den Doppelsieg durften sich Ron Dennis und Norbert Haug über 16 wichtige Zähler freuen.

Hakkinen bestätigte nach Rennende, dass McLaren hier ein optimales Paket für ihn und seinen Teamkollegen fand, was die Leistung eindrucksvoll bestätigte. „Über das Wochenende fand das Team ein wunderbares Paket für David und mich selbst und der Sieg ist ein toller Abschluss dieses Wochenendes."

Quelle: dailyf1.com


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