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Rennbericht


Ungarn GP: Der Ice Man schlägt zurück

Bei der Hitzeschlacht am Hungaroring schlug der Ice Man zurück: Kimi Räikkönen siegte vor Michael und Ralf Schumacher.

Mit 36 WM-Punkten Rückstand reiste Kimi Räikkönen zum dreizehnten von neunzehn Saisonrennen nach Ungarn. Für viele war der Finne damit seit seinem Ausfall eine Woche zuvor in Hockenheim aus dem Titelrennen ausgeschieden und die WM zugunsten des Spaniers Fernando Alonso entschieden. Aber eine Mischung aus Performance-Problemen, Startunfällen und Überholproblemen kehrte die Situation von Deutschland in Budapest um.

Der Start. Rennen in Ungarn werden gerne als Prozession bezeichnet, bei welcher es nur am Start und bei den Boxenstopps zu Positionswechseln kommt. Entsprechend aggressiv gingen die Piloten auch bei der 20. Ausgabe des Ungarn GP am Start zu Werke. Während Michael Schumacher vorne wegziehen konnte, überholte Kimi Räikkönen seinen Teamkollegen Montoya. Heftiger ging es hingegen zwischen Christian Klien und Jacques Villeneuve zu: Der Österreicher fuhr über das linke Vorderrad des Kanadiers und überschlug sich bereits in der ersten Kurve. Zudem fuhr Barrichello auf den Toyota von Jarno Trulli auf und fuhr Ralf Schumacher über den Frontflügel von Fernando Alonso. Somit mussten sich sowohl Alonso als auch Barrichello einen neuen Frontflügel abholen. Zuvor verlor der Spanier jedoch seinen wackelnden Frontspoiler auf der Strecke. Diesen rammte danach David Coulthard im dichten Verkehr, weshalb auch der zweite Red Bull noch in der ersten Runde unverschuldet abflog.

Die Überholmanöver. Wie üblich zeigte sich der Hungaroring auch bei seinem Jubiläumsrennen von seiner überholfeindlichen Seite. Somit konnten nur die durch ihren Nasenwechsel zurückgeworfenen Piloten Alonso und Barrichello einige Manöver gegen die Nachzügler von Jordan und Minardi exerzieren.

Die Boxenstopps. Nur vier der Top-Piloten setzten auf dem Hungaroring auf eine geplante Drei-Stoppstrategie. Für Räikkönen, Schumacher und die beiden Toyota Fahrer zahlte sich dies allerdings aus: Sie kamen auf den Rängen 1 bis 4 ins Ziel.

Die Zwischenfälle. Keinen ganz normalen Boxenstopp erlebte Fernando Alonso bei seinem ersten regulären Boxenaufenthalt. Nach diesem rumpelte er nämlich nicht nur über diverse Papiere, sondern auch über einige Dosen, die aus irgendeinem Grund vor seinem rechten Hinterrad abgelegt worden waren. Noch schlimmer kam es für Felipe Massa, bei dessen Boxenstopp kleine Flammen aus dem Heck schlugen und ihn zu einer langen Reparaturpause zwangen. Die gleichen Bilder ereigneten sich wenig später auch in der Minardi-Box, wo fieberhaft versucht wurde Christijan Albers wieder ins Rennen zu schicken.

Die Reifen. Am Ort einer ihrer größten Niederlagen vor zwei Jahren, schlugen die Japaner von Bridgestone zurück: Dem enttäuschenden Rennen von Hockenheim folgte eine durchaus respektable Vorstellung in Ungarn. Allerdings erwiesen sich die auf einer Runde konkurrenzfähigen Bridgestone-Walzen erneut nicht als standfest genug. Michael Schumacher verlor auch in diesem Rennen ab Rennmitte stark an Boden und musste sich in den letzten Runden seinen zweiten Rang gegen Bruder Ralf Schumacher verteidigen.

Die Ausfälle. Während die beiden Red Bull Piloten noch nicht einmal aus der ersten Runde zurückkehrten, strandete der nächste Ausfall Robert Doornbos erst in Runde 29 mit einem technischen Defekt am Streckenrand. In Runde 41 war dann für den Führenden Juan Pablo Montoya das Ende seiner Dienstfahrt erreicht: Der MP4-20 mit der Nummer 10 rollte langsam in die Box zurück. Während Massa und Albers das Rennen nach einer längeren Reparatur in der Box wieder aufhalten konnten, schaffte es Jacques Villeneuve nicht das Rennen zu beenden und rollte zwölf Runden vor Schluss aus.

Das Mittelfeld. Trotz eines langen Stopps rettete Felipe Massa den 14 Platz und damit eine leicht bessere Startposition für das Qualifying in der Türkei ins Ziel. Vor ihm reihten sich Monteiro, Karthikeyan, Alosno und Barrichello auf den Rängen 13 bis zehn ein. Der undankbare neunte Rang ging an den zweiten Renault-Piloten Giancarlo Fisichella.

Die Punkteränge. Den letzten Punkterang sicherte sich vor Fisichella der Japaner Takuma Sato, der hinter dem Williams-Duo Mark Webber und Nick Heidfeld ins Ziel kam. Der Mönchengladbacher erfüllte sich mit diesen drei Zählern seinen Wunsch mit einem Punktgewinn in die dreiwöchige Sommerpause zu ehen. Vor ihm ergatterten Jenson Button und Jarno Trulli die Ränge fünf und vier.

Das Podium. Den zweiten Platz fuhren hingegen die beiden Schumacher-Brüder unter sich aus, wobei der ältere am Ende mit 0,5 Sekunden Vorsprung die Oberhand behielt.

"Mir gefiel unsere Pace ganz gut", zeigte sich Michael Schumacher nach all den Problemen dieser schwierigen Saison zumindest mit der anfänglichen Leistung seines F2005 erleichtert. "So viel fehlte uns am Anfang nicht. Mit der Zeit bauten unsere Reifen aber leider etwas ab und dann war Kimi schneller. Allerdings war er nicht von Beginn an schnell genug um mich zu überholen. Wir hofften natürlich, dass er vor uns an die Box gehen würde und das hat wahrscheinlich das Rennen zu ihren Gunsten kippen lassen. Ansonsten hätten wir vielleicht unsere Chance gehabt. Dennoch war es ein gutes Rennen für uns und wir sind mit dem zweiten Platz sehr glücklich."

Gegen Rennende kam auch sein Bruder Ralf noch einmal näher, mehr als sein erstes Toyota-Podium war jedoch nicht drin. "Es war ein Superwochenende für uns", freute sich Ralf. "Das Auto lief gut und wir hatten keine Probleme bei den Boxenstopps."

Der Sieger. Einen deutlich überlegenen Sieg sackte derweil der WM-Zweite Kimi Räikkönen ein, dem höchstens sein Teamkollege Montoya noch hätte gefährlich werden können. Noch wichtiger als der Einzelsieg sind jedoch die zehn dazugehörigen WM-Zähler, welche den Ice Man wieder in den Titelkampf befördern.

"Es ist ein sehr gutes Comeback", freute sich Kimi mit seiner üblichen regungslosen Gesichtsmimik. "Wir haben sehr gut gearbeitet und wussten, dass unsere gute Strategie sehr wichtig sein würde." Das Duell gegen Michael Schumacher beurteilte er vor allem bis zu seinem ersten Stopp als ausgeglichen. "Ich hing etwas hinter Michael, aber danach konnte ich ihm davonziehen. Das war die Entscheidung. Leider ist Juan Pablo ausgefallen, da wir gerne beide Autos ins Ziel gebracht hätten." Ob Montoya Kimi den Sieg hätte streitig machen können, wollte der Finne nicht beurteilen.

Der WM-Stand. Zehn entscheidende Zähler konnte Kimi Räikkönen heute im Kampf um den WM-Titel aufholen. Hinter ihm verteidigte Michael Schumacher seinen dritten Rang in der Fahrerwertung, wobei er vor allem von Juan Pablo Montoyas Ausfall profitierte

In der Konstrukteurswertung verpasste McLaren den 18-Punkte Doppelschlag, weswegen man den Franzosen von Renault, die heute ohne Punkte blieben, nur um zehn Zähler näher rücken konnte. Angesichts der drückenden Überlegenheit der Silbernen erscheint ein Gewinn der Team-WM beim Stand von 117:105 mittlerweile immer wahrscheinlicher.

Quelle: adrivo Sportpresse GmbH


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